Land veröffentlicht Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten

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Am 11.06.2013 schrieb ich

Als weiteres langfristiges Ziel stelle ich mir ein Open-Source Tool vor, welches die topografischen Karten z.B. der Landesämter für Geoinformation verwendet (Leider auch nicht unter einer freien Lizenz), diese verbindet mit den Hochwasserdaten des ZKI um eine z.B. eine Visualisierung zu ermöglichen. (…) Außerdem könnten dann die Bürger genau abschätzen ab welchem Pegelstand ihre Häuser gefährdet sind (sofern kein Deich bricht).

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (und Wasserwirtschaft) hat diese Woche ein Teil dieser Forderung erfüllt. Mit dem Onlineportal für Hochwasserrisikokarten und Hochwassergefahrenkarten veröffentlicht.

Aktuelle Probleme:

  • die genaue Lizenzierung der Daten nicht angegeben
  • die Messdaten des Hochwassers aus dem Jahr 2013 sind aktuell nicht mit eingerechnet.

weitere Informationen gibt es hier. Eine Dokumentation über die Erstellung der Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten (pdf) und ein Infoblatt (pdf) sind auch verfügbar

In den Hochwassergefahrenkarten werden das Ausmaß der Überflutung sowie die Wassertiefe als Maß der Intensität der Hochwassergefährdung dargestellt. Dies erfolgt gemäß der HWRM-RL für die folgenden Szenarien, wobei die in Klammern stehenden Erläuterungen die Umsetzung im Land Sachsen-Anhalt bezogen auf die Jährlichkeit des statistischen Auftretens beschreiben

In den Hochwasserrisikokarten werden für die in den Hochwassergefahrenkarten dargestellten Szenarien die potenziell hochwasserbedingten nachteiligen Auswirkungen dargestellt.
Diese umfassen folgende Informationen:

  • Anzahl der potenziell betroffenen Einwohner (Orientierungswert)
  • Art der wirtschaftlichen Tätigkeiten in Form klassifizierter Flächennutzungen
  • Anlagen von denen Belastungen für die Umwelt ausgehen können (sog. IVU-Anlagen)
  • Schutzgebiete und Badegewässer
  • Kulturgüter in Form von Baudenkmälern/ Bauensembles

weitere Links

Freifunk Magdeburg

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Jede gerade Kalenderwoche (gKW) Freitags ab 19:00h trifft sich die Magdeburger Freifunk-Community im Netz39 in der Leibnizstraße 32, 39104 Magdeburg (Nahe Haltestelle Hasselbachplatz).

Hier kannst du alles lernen was du für Freifunk brauchst – vom Antennenbau bis zur Access-Point-Konfiguration. Möglichkeiten mitzumachen bei Freifunk gibt es viele: als Netzwerker_in, Software-Entwickler_in, Autor_in, Designer_in oder Ideenpromoter_in …

Auf der aktuellen Tagesordnung (21.02.2014) sind die Entwickelung der Infrastruktur (Firmware, Website, Wiki) sowie der Ausbau des Netzes.

Interessierte sind herzlich eingeladen :-)

weitere Infos gibt es unter http://wiki.freifunk.net/Freifunk_Magdeburg

CNC Fräsen im Netz39

Hochwasser PR – Versprechen am Deich

Bildquelle: http://geofly.eu Bildquelle: http://geofly.eu

Fast drei Monate nach dem Hochwasser ist es Zeit ein paar Versprechen der Politik einmal zu überprüfen.

So gab es knapp einen Monat nach dem Höchststand der Elbe eine Pressemitteilung vom Landesentwicklungsminister Webel unter dem Titel
Überflutungskarten sind eine wichtige Grundlage, um die Schäden zu erfassen pdf.

Ich zitiere einmal aus der PM:

Per Knopfdruck hat Sachsen-Anhalts Landesentwicklungsminister Thomas Webel heute (08.07.) digitale Überflutungskarten im Internet freigeschaltet. „Auf die Satellitenaufnahmen, die das Ausmaß der Überflutungen in den Städten und Gemeinden zeigen, haben nun Kommunen, die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern des Landes Zugriff“ (…)

Heute haben wir den 29.08.2013 und in den direkt vom Hochwasser betroffenen Gemeinden Biederitz und Möser sind bislang keine weiteren Informationen zum “Onlineportal” eingegangen (u.A. laut Aussagen vom Gemeindebürgermeister und vom Ordnungsamtsleiter).

Also Knapp 7 Wochen (50 Tage) nach der (angeblichen) Freischaltung ist es dem Bürger oder den Gemeinden nicht möglich diese Informationen einzusehen.

Webel betonte, dass die Krisenstäbe bereits im Vorfeld der Flut vom LVermGeo mit den Geobasisdaten ausgestattet worden seien, die für die Bewältigung einer Gefahrensituation nötig sind

Beim Hochwasser hatte der Kriesenstab in der Gemeinde Möser nur ausgedruckte A4 Seiten mit topografischen Material der Liegenschaften zur Verfügung. (siehe Cicero vom 19.07.2013)

Jetzt ist natürlich die Frage ob die Meldung vom Minister Webel nur eine PR-Aktion war oder nicht. Daher hab ich heute bei der Pressestelle einmal nachgefragt – auf die Antwort bin ich schonmal gespannt.

Mail vom 209.08.2013:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in ihrer Pressemitteilung vom 08.07.2013 haben Sie die Freischaltung eines Onlineportales mit Geodaten u.A. für die betroffenen Gemeinden angekündigt. Ich möchte mich bei Ihnen über den aktuellen Stand erkundigen.

insbesondere

  • Welche Gemeinden haben Zugriff auf dieses Portal und seit wann?
  • Welche Kosten sind dafür beim Land und bei den Gemeinden angefallen für die Bereitstellung?
  • Welches Datenmaterial und in welcher Auflösung ist dort verfügbar?
  • Welche Gruppen haben einen Zugriff auf diese Daten?

Über eine Zeitnahe Antwort wäre ich sehr verbunden.
vielen Dank

Update Freitag 06.09.2013

Mitlerweile hat mich die Antwort des MLV per Email erreicht.

Sehr geehrter Herr Vorsprach,

auf Ihre Nachfrage bezüglich der durch das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft erarbeiteten Überflutungskarten möchte ich Ihnen folgendes mitteilen. Für die verspätete Antwort bitte ich um Verzeihung.

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 08. Juli 2013 hat der Landesentwicklungsminister Thomas Webel den Dienst freigeschaltet, über welchen alle mit der Schadenserfassung und -regulierung befassten Stellen (u.a. Kommunen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern sowie Hilfsorganisationen) Zugriff auf die digitale Überflutungskarte erhalten haben. Der Minister betonte in der Pressekonferenz, dass der Dienst diesen Stellen kostenfrei zur Verfügung gestellt werde.

Grundlage für die Darstellung in der Überflutungsgebiete sind Satellitenfotos des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI), die vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft entsprechend ausgewertet und dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation zur Einbindung in den entsprechenden Dienst zur Verfügung gestellt wurden. Die vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft abgeleiteten Überflutungsflächen werden dabei zusammen mit den im Landesamt für Vermessung und Geoinformation geführten Geobasisdaten dargestellt. Dabei werden die Topographischen Landeskartenwerke, Digitale Orthophotos sowie Daten des Liegenschaftskatasters verwendet.

Mit freundlichen Grüßen

Referent Aufgabenentwicklung für die Geoinormationsverwaltung
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr

Soweweit so schlecht. Das MLV ist also genau auf eine meiner vier Fragen innerhalb von einer Woche eingegangen (Welche Gruppen Zugriff auf die Daten bekommen).

Es bleiben aber folgende interessanten Fragen unbeantwortet:

  • Welche Gemeinden haben Zugriff auf dieses Portal und seit wann?
  • Welche Kosten sind dafür beim Land und bei den Gemeinden angefallen für die Bereitstellung?
  • Welches Datenmaterial und in welcher Auflösung ist dort verfügbar?

Daher habe ich heute direkt wieder nachgefragt ob das MLV mir die drei oben genannten Fragen auch noch beantworten kann.

Pressespiegel Hochwasser 2013 Lostau

hochwasser

Zeitung

Thema OpenData und Hochwasserkarten

Radio

TV

2013-06-08 MDR Sachsen Anhalt Heute Lostau from Michel on Vimeo.

2013-06-09 MDR um 11 Alt Lostau from Michel on Vimeo.